Premium ReportIndustry Insights
Durchbruch in der Photonik: UC Berkeley präsentiert MEMS-basierten optischen Schalter für standardisierte CMOS-Fertigung
8/6/2026
1 VIEWS
Die jüngste Veröffentlichung der UC Berkeley stellt einen technologischen Wendepunkt für die Silizium-Photonik dar. Durch die Entwicklung eines MEMS-basierten (Micro-Electro-Mechanical Systems) optischen Schalters, der auf einem vollständig foundry-kompatiblen „Zero-Change“-Prozess basiert, adressieren die Forscher eines der größten Hindernisse der Branche: die Skalierbarkeit. Traditionelle photonische Schalter litten bisher oft unter hohen Einfügedämpfungen oder erforderten spezialisierte, teure Herstellungsprozesse, die den Massenmarkt ausschlossen. Mit einer Einfügedämpfung von unter 1,5 dB und einem Extinktionsverhältnis von über 30 dB beweist dieser Ansatz eine bemerkenswerte Leistungsfähigkeit, die den Anforderungen moderner Rechenzentren und Hochgeschwindigkeitsnetzwerke entspricht.
Die Auswirkungen auf die Industrie sind weitreichend. Die Tatsache, dass dieser Prozess in bestehenden Back-End-of-Line (BEOL)-Abläufen von Standard-Foundries integriert werden kann, senkt die Eintrittsbarrieren für die Volumenfertigung massiv. Unternehmen können nun photonische Komponenten direkt auf herkömmlichen Silizium-Wafern fertigen, ohne die zugrunde liegenden CMOS-Designregeln ändern zu müssen. Dies reduziert nicht nur die Entwicklungskosten, sondern verkürzt auch die Time-to-Market erheblich.
Aus Sicht der Lieferkette könnte dies die Abhängigkeit von exotischen Materialien und hochspezialisierten Photonik-Foundries verringern. Da der Prozess nahtlos in die etablierte Halbleiterinfrastruktur passt, wird eine demokratisierte Produktion möglich, die die Integration von photonischen Schaltern direkt in Server-Prozessoren oder Switches auf Chip-Ebene beschleunigt. Dies ist entscheidend, um den steigenden Energieverbrauch und die Bandbreitenbeschränkungen in KI-gestützten Rechenzentren zu bewältigen.
Für die Zukunft ist damit zu rechnen, dass die System-on-Chip (SoC)-Architektur um optische Schnittstellen erweitert wird, die nicht mehr nur externe Komponenten benötigen, sondern als integraler Bestandteil des Silizium-Dies fungieren. Die Branche steht vor einer Ära, in der Licht die Datenübertragung innerhalb und zwischen Chips dominieren wird. Dieser UC Berkeley-Ansatz bietet das notwendige Werkzeug, um die Lücke zwischen theoretischer photonischer Exzellenz und wirtschaftlicher Realisierbarkeit in der Massenproduktion zu schließen. Wir erwarten, dass führende Foundries dieses Patent oder diese Prozessmethode in den nächsten Jahren in ihre Design-Kits aufnehmen werden, um die nächste Generation der KI-Infrastruktur zu ermöglichen.
